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Éva BÁNKI
( 1966 )

» RegenStadt (2004)

Biographie

1966 in Nagykanizsa (Südwestungarn) geboren.
1985-92 Studium an der Philologischen Fakultät der Loránd-Eötvös-Universität Budapest
Dozentin für Portugiesische Literatur und Vergleichende Literaturwissenschaft in Budapest

2004 Szépirodalmi Figyelő-Preis

RegenStadt
2004

In ihrem Erstlingsroman erzählt Éva Bánki die Geschichte zweier über mehrere Generationen durch immer neue Heiraten und ein Geflecht verwirrender Liebesbeziehungen miteinander verbundener wohlhabender Bauernfamilien, die im ungarischen Oberland, auf der östlich von Bratislava gelegenen Donauinsel Csallóköz (Große Schütt) ihre Heimat haben. Die besondere Situation der Insel, die ursprünglich zu Ungarn gehörte, nach dem Ersten Weltkrieg an die Tschechoslowakei ging und heute Teil der Slowakei ist, bildet den Hintergrund der vom Zerfall der Donaumonarchie bis in die Wendezeit der 1990er Jahre reichenden Handlung. Die beide Familien repräsentieren gegensätzliche Denkwelten. Während die Mitglieder der Familie Torma an Technik, Maschinen, jeder Art von Neuerungen interessiert sind und an die Zukunft glauben, fühlt man sich in der Familie Bujdosó zum Mystischen und Spirituellen hingezogen und lebt mit starken Bezügen zur Vergangenheit. Bei aller Unterschiedlichkeit vereint die beiden Familien eine Art gemeinsames Schicksal. Erzähler und Protagonist des Romans ist Imre Torma, ein Außenseiter, der das bäuerliche Milieu verlassen hat und als Journalist mit schriftstellerischen Ambitionen in der nahegelegenen Kleinstadt lebt. Aus dieser distanzierten Position kann er die Geschichte seiner Familie mit feinem Spott schildern und zugleich aus einem breiteren intellektuellen Blickwinkel voller Ironie die vielfach traumatischen geschichtlichen Ereignisse kommentieren, die über die von Ungarn und Slowaken bewohnte Inseln im zwanzigsten Jahrhundert hinweggegangen sind. Von der ungarischen Kritik wurde die Darstellungsweise der Autorin mit dem magischen Realismus verglichen, wie ihn García Márquez geprägt hat.

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