Autorenseite

István BART
( 1944 )

Biographie

1944 (1. Juli) geboren in Budapest
1968 Diplom in den Fächern Hungarologie und Anglistik an der Budapester Universität ELTE
1968 – 1971 Sprachlehrer
1971 Freischaffend
1973 Redakteur beim Európa-Verlag
1976 Redakteur der Zeitschrift Valóság
1984 Direktor des Corvina-Verlags
1980 – 1982 stellvertretender Generalsekretär des Ungarischen PEN-Klubs, dann Generalsekretär (1982–1989)
1991 Vorsitzender des Vereins der Ungarischen Buchverlage und –vertreiber



Rudolf, der unglückselige Kronprinz
1984

Der einzige Sohn Kaiser Franz Josephs I. und Königin Elisabeths, Kronprinz Rudolf, beging am 30. Januar 1889 mit seiner Geliebten Mary Vetsera im Schloss Mayerling unter nicht restlos geklärten Umständen Selbstmord. Weltweit galt dieser Fall als riesige Sensation, die höfischen Kreise versuchten, die Umstände des Selbstmordes im Dunkeln zu halten, was wiederum der Boulevardpresse gelegen kam, denn somit konnten immer wieder neue Versionen und Vorstellungen das Tageslicht erblicken. Der "Liebesroman" von István Bart ist ein erneuter Versuch, Licht in dieses Dunkel zu bringen, den Hintergrund des doppelten Selbstmordes aufzudecken. Er legt die politischen, historischen und psychologischen Zusammenhänge dar, schildert die damalige Gesellschaft der Monarchie zur Jahrhundertwende, insbesondere Wiens, das bürokratische politische System, die Verhältnisse innerhalb der Herrscherfamilie, die Verwicklungen und Gegensätze, wobei er die damals nicht vernichteten Dokumenten mit der Genauigkeit eines Detektivs gleich einem Puzzle zusammenfügt. Bart zeichnet ein Porträt des Kronprinzen, versucht hinter das Geheimnis seiner komplexen Persönlichkeit zu kommen und schildert dann die Ereignisse dieses Januartages nahezu von Minute zu Minute, dabei weist er auf bestimmte Hintergründe und Antriebsfedern hin. Es handelt sich bei dem Buch um einen spannenden Dokumentarroman. Seit 1986 in 7 Sprachen übersetzt. Deutsche Ausgabe: Übers.: Álmos Csongár, Verlag der Nation, Berlin, 1990, 2000

Elemér Strasse 3
1990

Dieser Band von István Bart enthält zehn Geschichten aus seiner Kindheit. Mit minimalistischer Genauigkeit, die für ihn als Übersetzer und Verfasser von Wörterbüchern charakteristisch ist, ruft er die Welt der einstigen Elemér Straße in Erinnerung - die Geschichten sind voller Lyrik und Ironie. Es erscheinen die Milchflasche und die Milchhalle, der Vogelkopf der Sodaflasche, der Roller und noch zahlreiche andere Gegenstände aus den "Friedenszeiten", der Zeit noch lange vor dem Zeitalter des Kunststoffs, sowie auch die Vertreter der einstigen Berufe: der Eismann, der Müllmann, der Hausmeister und andere. Man gewinnt Einblick in das Leben der Menschen aus dem Haus. Die Geschichten spielen Anfang der fünfziger Jahre, in einer Zeit, für die politische Vorsicht und Unsicherheit kennzeichnend waren. Der kindliche Erzähler versucht, die Welt um sich herum zu entschlüsseln, wobei er bei der Erinnerung an die damaligen Dinge der epischen Anziehungskraft widersteht.

Ungarn: Land und Leute
1998-2000

Dieses kleine Konversationslexikon der ungarischen Alltagskultur hilft dem Nicht-Ungarn, sich in der Welt, die sich hinter der Sprache verbirgt, zurechtzufinden. Sprache besteht nicht allein aus Wörtern, die mit den Regeln der Grammatik aneinandergefügt sind, vielmehr verstecken sich hinter den Wörtern und sprachlichen Ausdrücken Metaphern und Anspielungen. Diese Bedeutungen sind dem Fremden allerdings meist unbekannt. Das Lexikon von István Bart entschlüsselt diese kulturellen Codes, gibt den Nicht-Ungarn Erklärungen, was sich hinter bestimmten Wörtern als Assoziationen, als kultureller, historischer, politischer Hintergrund verbirgt. Der Band ist wie ein Lexikon aufgebaut, die ungarischen Stichwörter stammen aus den verschiedensten Bereichen: Es kann sich dabei um Persönlichkeiten, Bräuche, Lieder, Feiertage, Speisen, historische Ereignisse, Politik, Legenden oder auch Redensarten handeln. Hinter dem ungarischen Stichwort ist jeweils die wörtliche Übersetzung angegeben, der Artikel bemüht sich dann, den Hintergrund zu enthüllen, die Assoziationen, die für einen Ungarn evident sind, offenzulegen. Dabei wird gleichzeitig innerhalb eines Artikels auf weiterführende Stichwörter verwiesen. Auf diese Weise kann der Leser sich immer zu neuen Artikeln führen lassen und so einen Spaziergang durch die ungarische Kultur unternehmen. Da die Artikel in einem durchaus lockeren, keineswegs trockenen, lexikalischen Stil verfasst sind, ist das Buch auf jeden Fall eine unterhaltsame Lektüre.

PDF-Download

Neuigkeiten aus dem UNGARISCHEN LITERARISCHEN LEBEN