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László BERTÓK
( 1935 )

» Ameisenstrasse (2007)

Biographie

Ameisenstrasse
2007

Dreiling und Langling. Dies sind zwei Begriffe, die die ungarische Sprache László Bertók zu verdanken hat. Der Erste bezieht sich auf das bereits in der klassischen ungarischen Dichtung beliebte dreizeilige Haiku, das heute seine Renaissance erlebt und das Letztere auf die Gedichte des Bandes Hangyák vonulnak. Bertóks Gedichtform, mit der er die kleinen Dinge des Lebens beziehungsweise das kleine Leben der Dinge dokumentiert, besteht aus dreißig bis vierzig zusammenhängenden Zeilen. Gedichtsätze ziehen sich durch die tiefen Furchen eines lyrischen Blocks: „Schwarze Milchstraße, Ameisen ziehen von wo nach wo, / über die Terrasse, die Treppe runter, dicht an der Wand, / von oben (weit oben) betrachtet ein verschwommener Streifen, / nur dunkles Wimmeln, Anfang und Ende verborgen ...“ (Schwarze Milchstraße, Ameisen ziehen). Bertóks Fokus richtet sich auf die ihn unmittelbar umgebende Welt. Auf Ameisen, Glühwürmchen, klingelnde Telefone, gespitzte Stifte, den Vorhang streifende Luftzüge, Wetterumschwünge und das Altsein als tägliche Erfahrung. In Bertóks lockere, mit Durchklängen, Klammern, Fragen und Nebensätzen angereicherten Gedichtsätze passt viel hinein. Pfützen und Meere. Eine ganze kleine Welt und ein ganzes erlebtes Leben. Bertók vermag es, wie er in der letzten Zeile des letzten Gedichtes selbst sagt, in seiner detailreichen Lyrik, „über sich zu selbst schmunzeln.“

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