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Biographie

1888 (13. Februar) in Szabadka (Subotica, Serbien) geboren
ab 1901 erste Musikkritiken für eine Regionalzeitung, später für große Zeitschriften
1910 Diplom als Neurologe, Assistenzarzt in einer Nervenklinik, regelmäßige Einnahme von Morphium
1913 Ehe mit Olga Jónás, Tätigkeit als Kurarzt
1914-1917 Soldat im Ersten Weltkrieg, schwer erkrankt
ab 1917 Arbeit als Landarzt
1919 (29. September) erschoss er seine Frau, kurz darauf Selbstmord

Aschermittwoch
1911

Csáth selbst bezeichnete das Stück als Puppenspiel: "Aschermittwoch ist die Lyrik eines Gefühls, eines Gedankens zusammen mit allen Ideen, Erinnerungen und Gedanken, die damit verknüpft sind. Die eine Hälfte ist Pantomime, die andere Drama. Ich habe eine melodramatische Musik dazu geschrieben, um damit - mit diesen Tönen, die sich in das Gewebe des Spiels geradezu hineinmischen - die symbolische Wirkung der Handlung zu steigern." Dieses Stück wie auch sein anderes dramatisches Werk (A Janika) erntete beim Publikum gleichermaßen Bewunderung und Ablehnung.

Über den psychischen Mechanismus der Geisteskrankheiten
1911

Mit Hilfe der Psychoanalyse untersucht Csáth das Krankenbild einer geisteskranken Frau. "Der Versuch, den der Leser vor sich sieht", beschreibt er sein Vorgehen, "ist meines Wissens die erste ausführliche und konsequent zu Ende geführte Analysis einer Paranoia." Csáth war vermutlich schon 1907 in Berührung mit der Freudschen Lehre gekommen, die im damaligen Europa nur von einigen wenigen anerkannt wurde. In seinem Buch legt er nicht nur eine detaillierte Fallstudie vor, sondern unternimmt auch den Versuch, ein eigenes System zu schaffen. Wahrscheinlich hat er noch vor Sándor Ferenczi Besprechungen von Freud vorgenommen. Er selbst litt an seiner Abhängigkeit vom Morphium, die ihn schließlich in den Selbstmord trieb. László Földényi widmete ihm den Essay "Ein Leben, gelebt im Spiegel des Todes", darin heißt es: "Zu Beginn des Jahrhunderts stellte er von der Welt, die sich gerne als die gesündeste aller Welten gesehen hätte, mit der Unerbittlichkeit des Arztes fest, dass das Schwelgen im Gesundheitsbewusstsein ein Vorzeichen unaufhaltsamen Krebses ist. Er machte auf den Zerfall in den Eingeweiden und den Trieben des Körpers der Gesellschaft aufmerksam, ebenso wie seine Vorgänger und Kollegen als Psychiater, der zu seiner Zeit auch in Budapest bestens bekannte Krafft-Ebing oder Sigmund Freud, zu dessen ersten ungarischen Anhängern Csáth gehörte. Doch er wies nicht nur, als Wissenschaftler, auf den Zerfall hin, er verkörperte ihn auch."

Komponistenporträts
1911

Géza Csáth wollte eigentlich Musiker werden, jedoch reichten sein Talent und seine Kenntnisse weder für das Fach Geige noch für Komposition aus. Neben dem Musizieren und Komponieren hatte er schon frühzeitig ein Interesse für die Musikgeschichte und -theorie. Als Musikkritiker - er hinterließ umfangreiche musikkritische Schriften - machte er als einer der ersten auf Béla Bartók und Zoltán Kodály aufmerksam. Bis 1911 berichtete er jeden Abend über die Musikereignisse der Hauptstadt, 1908 erschien ein Aufsatz über Puccini. In seinen Komponistenporträts würdigte er u.a. das Werk Richard Wagners.

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