Autorenseite

Biographie

1930 (3. Februar) in Zámoly geboren
1953 Publikationen erster Gedichte in Zeitschriften
1953-56 Mitarbeiter bei verschiedenen Literaturzeitschriften
1962-63 Tätigkeit als Journalist
ab 1968 Dramaturg bei MAFILM
1988 Redakteur, ab 1992 Chefredakteur der Zeitschrift Hitel (Kredit)


Wichtige Preise:
1954, 1970 Attila-József-Preis; 1981 Herder-Preis; 1984 István-Bibó-Preis; 1985, 1995 Prämie für das Buch des Jahres; 1989 József-Fitz-Preis; 1990 Kossuth-Preis; 1995 Eara-Joenpelto-Preis; 1997 Gáspár-Károli-Preis; 2000 Mittelkreuz mit Stern des Verdienstordens der Republik Ungarn , 2006 Bálint Balassi Schwert,
2008 Prima Primissima Preis

Der Vogel fliegt auf
1954

Mit dem Buch "Felröppen a madár" (Der Vogel fliegt auf) trat Sándor Csoóri Mitte der fünfziger Jahre als hoffnungsvolles junges Talent einer neuen Dichtergeneration an die Öffentlichkeit. Die Gedichte waren vor allem einer traditionellen Volkstümlichkeit verpflichtet und warfen einen gewissen nostalgischen Blick auf das heimatliche Dorf. Unverkennbar war aber schon der für Csoóri typische Ton. Der folgende Band kündigte bereits eine Wende an: Statt der Beschreibung einer harmonischen und eindeutigen Welt, wurde ein von Wandlung und Dissonanzen geprägtes Gegenbild entworfen, das auch in seiner Bildlichkeit gebrochen wirkte. Sándor Csoóris Lyrik ist geprägt von Gegensätzen und Extremen: von logischer Durchdachtheit und starker emotionaler Aufheizung, von exakten Strukturen und durchbrochenen Konventionen. "Nicht nur gehen: fortgehen hätte ich sollen, / den Glanz der Salzgruben im Gesicht, / ausscheren aus dem staubigen Zug der Gleichgültigen / und weniger Lügen erzählen über den Körper, / da ja Unsterblichkeit nur einjährig ist wie der Dill." ("Elegie des Landstreichers") György Dalos äußert sich über Csoóri folgendermaßen: "Zu Zeiten der Diktatur bewegte er sich im engen Spielraum zwischen einem Dialog mit den Herrschenden und dem Widerstand gegen sie. [...] Als Dichter verfolgte Sándor Csoóri jedoch eine einzige Linie: diejenige der freien poetischen Subjektivität. Diese brachte ihm seinen eigentlichen Erfolg."

Bericht aus dem Turm
1963

Das publizistische und essayistische Schaffen Csoóris steht im engen Zusammenhang mit seiner Lyrik. In seinen soziographischen Arbeiten ("Tudósítás a toronyból", Bericht aus dem Turm, 1963; "Kubai napló", Kubanisches Tagebuch, 1969) behandelt er in der Tradition der "Volkstümler" aktuelle Ereignisse und gesellschaftliche Probleme.

PDF-Download

Neuigkeiten aus dem UNGARISCHEN LITERARISCHEN LEBEN