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Péter Farkas
( 1955 )

» Acht Minuten (2007)

Biographie

Acht Minuten
2007

Mit seiner Erzählung skizziert Farkas die nüchterne, aber erschütternde Bestandsaufnahme einer alten Frau und eines alten Mannes, eines gealterten Ehepaars. Bald werden sie sterben. Noch leben sie, vegetieren dahin. Manche Erinnerung ist verblasst, manche gar verloren gegangen, aber noch immer lieben sie einander. Der schmerzvolle Prozess des körperlichen und geistigen Verfalls spricht aus diesen beiden Menschen, die Sex trotz allem nicht aus ihrem Leben gestrichen haben. Und sie begeistern sich für manche letzte, kleine Freude, zum Beispiel das Pflaumenmus. Die Stadt, in der sie leben, wird nicht genannt, auch sie selbst haben keine Namen, sie sind Menschen, die dem Tod entgegen sehen, atmende, fühlende Wesen. Uns Jüngeren halten die beiden einen unmissverständlichen Spiegel vor: Wenn wir so lange leben, wenn wir es erleben dürfen oder müssen, werden auch wir im hohen Alter so sein. Glück oder Unglück. In seiner berühmten Erzählung "Film" beschrieb der ungarische Autor Miklós Mészöly 1976 mit ähnlichem Tiefgang ein altes Paar. Farkas zeichnet dieses Bild vom Altwerden vielleicht noch subtiler. Warum lautet der Titel "Nyolc perc" ("Acht Minuten")? Wenn die Sonne jetzt, in diesem Augenblick, stürbe, würden wir das erst in acht Minuten bemerken... "Ich halte Farkas' Sprache für ausgesprochen wertvoll, exakt und sensibel ... Farkas bringt es sogar fertig, die Welt eines Samuel Beckett reich werden zu lassen ... Ein feines Büchlein, ich wünsche ihm ein gutes Schicksal." Péter Esterházy, Élet és Irodalom

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