Autorenseite

László F. FÖLDÉNYI
( 1952 )

Biographie

1952 (19. April) in Debrecen (Nordostungarn) geboren
1975 Diplom in Hungarologie und Anglistik an der Loránd-Eötvös-Universität in Budapest
1975-1987 Mitarbeiter des Instituts für Theaterwissenschaft
1983 Promotion in Philosophie
1987-1991 freiberufliche Tätigkeit als Kunsttheoretiker, Kritiker, Literaturhistoriker und Übersetzer zahlreicher zeitgenössischer Dramatiker (z. B. E. Bond, Max Frisch, Heiner Müller)
1988-1989 Arbeit im Rahmen des Berliner Künstlerprogramms des DAAD in Westberlin
seit 1991 Dozent am Lehrstuhl für Komparatistik und Weltliteratur an der Loránd-Eötvös-Universität Budapest

Wichtige Preise:
1985 Preis des holländischen Kelemen-Mikes-Kreises, Zsigmond-Móricz-Stipendium, 1987 Örley-Preis, 1996 Attila-József-Preis, 1997 Kosztolányi-Literaturpreis der Soros-Stiftung Budapest – New York, 2005 Friedrich-Gundolf-Preis für die Vermittlung deutscher Kultur im Ausland

Melancholie
1984, 1992, 2003

Mit der vorliegenden Monographie unternimmt Földényi den Versuch, dem Wesen der Melancholie auf die Spur zu kommen. In der griechischen Antike sah man in der Melancholie noch das Außerordentliche und die Fähigkeit, tiefer in die Geheimnisse des Seins eindringen zu können. Das Mittelalter verbannte den Melancholiker aus der gottgewollten Ordnung, erst die Renaissance entdeckte das Melancholische neu. Bis zur Romantik ist das Phänomen des Melancholischen im kosmischen Zusammenhang verortet. Mit der Geburt des Individuums findet das Bewusstsein über die Endlichkeit der menschlichen Erkenntnis als Begegnung des Individuums mit sich selbst zunehmend Ausdruck in der Kunst. Földényi vermag es, mittels Bildinterpretationen die moderne Melancholie aufzuzeigen. In der deutschen Romantik und ihrer Todessehnsucht sieht Földényi das melancholische Thema in besonderer Weise bearbeitet. Ende des 18. Jahrhunderts nehmen Unruhe und Angst vor einer vermeintlichen oder wirklichen Zunahme an Wahnsinn zu; die Melancholie, in einen engen Kontext mit der Hypochondrie und Hysterie gestellt, stellt einen begrifflichen Zusammenhang mit der Unruhe in der Zivilisation und der nervösen Unordnung im Seelenleben her. Damit hat das Zeitalter der bürgerlichen Neurosen begonnen, die ersten großen psychiatrischen Kliniken entstehen. In seinem letzten Kapitel, Angst vor der Freiheit , behandelt Földényi die Melancholie als mutigste Art, dieser Angst zu begegnen. Neben einem wissenschaftlichen Überblick zur Geschichte der europäischen Melancholie gelingt es ihm auch, seine Quellenaufarbeitungen und Rückblicke stets in den Zusammenhang zu aktuellen und produktiven Momenten zu stellen, die die Melancholie in sich birgt.

Das Gemälde, das Gestalt angenommen hat. Besuche im Atelier
1998

Der Band versammelt essayistische Arbeiten über die zeitgenössische ungarische bildende Kunst, darunter über: Imre Bak, Ákos Birkás, György Galántai, György Jovánovics, Károly Kelemen, Károly Klimó, Tamás Körösényi, István Nadler und Győző Somogyi, des Weiteren über solche bedeutenden Protagonisten der ungarischen visuellen Kultur wie Miklós Erdélyi und Tibor Hajas. Földényi nähert sich der Bildenden Kunst nicht von der Kunstgeschichte her, sondern bringt in die Behandlung der ihn interessierenden Phänomene kunstphilosophische, ästhetische und kulturgeschichtliche Aspekte ein.

Der kugelförmige Turm
2002

In diesem Buch werden Schriften zu literarischen, philosophischen und künstlerischen Themen aus den vergangenen fünf bis sechs Jahren vorgestellt, darunter kulturanthropologische Ausführungen, für Schweizer und deutsche Zeitschriften verfasste Arbeiten über die gegenwärtige ungarische Kultur sowie Filmkritiken. Im Mittelpunkt des Interesses steht die Krise der europäischen Kultur, die Földényi angesichts des „unipolar gewordene[n], globalisierte[n], zur Kugel gerundeten Jahrtausendende[s]“ im Titel gebenden Essay genauer hinterfragt: „Gibt es einen Ausweg aus dieser Situation? Kommt man frei aus dem kugelrunden Gebilde, das sich die Menschheit nach dem Muster des Turms von Babel gegen jedes göttliche Verbot gebaut hat? Und zwar so, dass sie durch den Bau Gott nicht näher kam, sondern ihn endgültig aus den Augen verlor?“

Der Traum des Verstandes
2008

Der neueste Band des europaweit bekannten László F. Földényi (1952), Der Traum des Verstandes, deckt alle Themen ab, mit denen sich der Autor seit langem intensiv beschäftigt. Der repräsentative Band ist in mehrere Blöcke unterteilt, in denen er sich der politischen Kultur Europas, der Kunstphilosophie der Romantik, dem progressiven Erbe des Dadaismus, der sonderbaren Struktur der ungarischen Kultur und der Erkundung der ihn persönlich prägenden Schauplätze widmet.

PDF-Download

Neuigkeiten aus dem UNGARISCHEN LITERARISCHEN LEBEN