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András Forgách
( 1952 )

» Zehuze (2007)

Biographie

Der Schriftsteller, Dramatiker, Essayist, Dramaturg und Literaturübersetzer András Forgách wurde 1952 in Budapest geboren. Unter anderem übersetzte er die Essays von Heinrich von Kleist (Pécs, 1996).
Wichtigste Werke:
Valami Figaro–féle alak (Eine Gestalt wie Figaro. Essays. Pécs, 1993); Aki nincs (Wer nicht ist. Roman. Budapest 1999); Gonosz siker (Böswilliger Erfolg. Essays. Budapest, 2000); Sein Roman Zehuze erschien soeben bei Magvető, Budapest.

Zehuze
2007

Der Titel ist das hebräische Pendant zur ungarischen Redewendung Das gibt es, das muss man mögen. In diesem umfangreichen Briefroman schreibt eine alternde ungarische Jüdin an ihre Tochter. 1917/18, die österreichisch-ungarische Monarchie lag in ihren letzten Zügen, siedelte die Frau nach Palästina über. Hier wurde 1922 ihre Tochter geboren, die dann 1947 nach Ungarn zurückkehrte. An sie richtet die Frau, die im Lauf der Zeit zur Großmutter, zur Urgroßmutter wird, ihre Briefe. Den Namen der Mutter erfahren wir nicht, wir wissen nur, dass sie die Ehefrau eines Henrik Apfelbaum ist. Auch ihre Tochter hat keinen Namen, die Mutter nennt sie einfach nur Jákiráti. Aus den Briefen kristallisiert sich ein ungewöhnlicher Familienroman heraus, der in das Jahr 1976 reicht. Bis an ihr Lebensende bleibt die alternde Frau überzeugte Kommunistin, eine Intellektuelle, die über alles eine Meinung hat, auch die Rechte der im arabisch-israelischen Krieg ausgelieferten Araber vergisst sie nicht. Die Tochter mit ihrem Mann und ihren vier Kindern kommt nicht von Ungarn los. Der letzte, unvollendete Satz des Romans lässt den Tod der Mutter erahnen. Wortwahl und Orthographie in den Briefen der Mutter zitieren eine untergegangene Welt. Solche Mütter gibt es heute nicht mehr. „András Forgách hat eine echte jiddische Mame lebendig werden lassen, die ... über alles eine Meinung hat: bis hin zum weltpolitischen Mäusedreck, vor allem aber macht sie sich Sorgen um ihre Familie, ihre Enkelkinder, selbst aus der Entfernung von Tausenden von Kilometern versucht sie alle zusammenzuhalten, zu behüten: Sie redet also in alles hinein, in was man mit einem Brief nur hineinreden kann.“ Péter Dérczy, Élet és Irodalom

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