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Balázs GYÖRE
( 1950 )

» Krízis (1998)
» Der Freund meines Vaters (2006)

Biographie

Der Freund meines Vaters
2006

In seinen Prosabänden verarbeitet Balázs Györe die persönlichsten Ereignisse seines Lebens. In dem vorherigen Band mit dem Titel "Halottak apja" (Totenvater) findet der Erzähler das geheime Tagebuch seines verstorbenen Vaters Pál Györe. Mit Hilfe dessen stellt er seinem Vater ein Denkmal, ruft dessen Leben und die Figuren desselben, seine eigene Kindheit und sein Leben als Erwachsener in Erinnerung. Der Junge rechnet während der Trauerarbeit mit vielem ab: Sein Vaterbild wird durch das gefundene Tagebuch, das für ihn viele Enthüllungen enthält, stark verändert. Dabei findet er auch ein Foto von dem Freund seines Vaters, Lajos Berecz, das seinerzeit am Balaton gemacht wurde. Auf dem Bild spielen die beiden Bockspringen, und sein Vater springt gerade über den Freund. Sein neues Buch widmet Györe eben diesem Freund. Er stellt fest, dass sein Vater im Grunde genommen gar keinen Freund hatte, da er unfähig zu Freundschaften war. Doch hatte er aus der Kindheit in Erinnerung, dass dieser Mann als der Freund seines Vaters galt. Wer war also dieser Mann? Und was bedeutet Freundschaft? Diese Fragen stellt das Buch und tut sich nicht leicht, Antworten darauf zu finden. Der Autor analysiert die gefundenen Dokumente der Familie mit Leidenschaft, untersucht die verbliebenen Gegenstände, arbeitet die Erinnerungen und Äußerungen der Familienmitglieder auf. Seine dokumentaristische Attitüde ist nachsinnend, die Tatsachen werden durch philosophisch untersuchende Analysen nuanciert. Aus dem persönlich gegebenen Material ist ein neues, ergreifend schönes, mit existenzieller Spannung durchdrungenes Werk entstanden. "Györe nutzt die geglaubten Mängel des Schreibens zu Darstellung, Vermittlung der geglaubten Mängel des Seins." Ákos Teslár, Élet és Irodalom

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