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Biographie

1926 in Szeged geboren
1944–1948, 1948–1950 Studium an der Universität Szeged (Philosophie, Volkskunde, Hungarologie, Germanistik), dann Abschluss an der Budapester Universität (Wissenschaftsuniversität Pázmány Péter, Philosophie, Soziologie bzw. Politische Wirtschaftslehre)
1953–1987 Lektorin beim Jugendbuchverlag Móra
1964–1987 Chefredakteurin beim Jugendbuchverlag Móra
1981–1982 Redakteurin beim Minerva-Verlag
1978–1995 Vorsitzende der ungarischen Sektion des IBBY (International Board on Books for Young People)
ab 1980 Vorstandsmitglied des Ungarischen Nationalen Komitees der UNICEF
2003 in Budapest gestorben

Preise
Attila József-Preis (1977), Jugendpreis (1979), Deutscher Jugendbuchpreis (1983), Preis „Für die Kinder” (1985), SZOT-Preis (1985), IBBY-Preis (1986), polnischer Jugendbuchpreis (1988), Literaturpreis des Künstlerfonds (1994), Kossuth-Preis (2003)

Große dürfen alles
1965

Die Werke der populären Schriftstellerin Éva Janikovszky wurden bereits in dreißig Sprachen übersetzt, es sind aus ihren Büchern zahlreiche Aufarbeitungen als Puppenspiele, Theaterstücke oder Fernsehfilme entstanden. Ihre Erzählungen - illustriert mit den Zeichnungen von László Réber - sind von einer eingehenden Kenntnis des Weltbildes der Kinder und Erwachsenen und von Humor gekennzeichnet. Ihre liebste Gattung ist der Kindermonolog: Der kleine Erzähler des Buches träumt davon, was er nicht alles tun würde, wenn er erwachsen wäre. Er ärgert sich über die Welt der Erwachsenen, die ihm ständig alles vorschreiben wollen und immer alles besser wissen. Zudem scheinen ihm ihre Regeln vollkommen unsinnig: Warum muss man sich ewig die Hände waschen? Warum kann man nicht anziehen, was man will? Warum muss man ins Bett gehen, wenn der Film gerade so spannend ist? So kommt er zu dem Schluss: "Die Großen können tun, was sie wollen. Die Kinder müssen tun, was die Großen wollen." Also nimmt er sich vor, es selbst einmal, wenn auch er verheiratet ist und Kinder hat, ganz anders zu machen. Dann darf er endlich alles! Den Kindern will auch er nicht alles erlauben, das wäre ja wiederum ungerecht, dann hätte er gar keinen Nutzen daraus, schon groß zu sein. Nur eines versteht er nicht, warum sich seine Eltern, obwohl sie schon erwachsen sind, eigentlich immer die Hände waschen, sich gescheit anziehen und aufräumen...

Ich gehe schon in den Kindergarten
1975

Die neun Geschichten handeln vom kleinen Dani, der endlich in den Kindergarten gehen darf, jedoch erkennen muss, dass es damit nicht getan ist: Er muss auch dort bleiben. Doch bald vergisst er seinen eigenen Kummer und seine Angst, denn es gibt Kinder, die sind noch viel trauriger als er. Die Kindergärtnerin bittet ihn, Pöszke zu trösten, die später seine Freundin wird. Jede der Geschichten behandelt ganz typische Probleme, mit denen ein Kind, das gerade in den Kindergarten kommt, konfrontiert wird: Da geht es um den Konflikt mit der Kindergärtnerin, die Dani nicht ihre ganze Aufmerksamkeit schenken kann, weil auch noch andere Kinder da sind; um das beste Spielzeug der Welt, den Staubsauger, der mal Rasenmäher, mal Helikopter ist, und den alle haben wollen; um ein neues Kind, das sich schwer eingewöhnen kann und zunächst den anderen mit Aggressivität begegnet; um die neue Kindergärtnerin, die alle Namen durcheinanderbringt; um die kindliche Neugierde; um die Impfung; um den Garten im Frühling - und schließlich ist ein Jahr vergangen und die Kinder bemerken, dass sie jetzt nicht mehr die Kleinsten sind. Janikovszkys Geschichten zeugen von einer außerordentlich guten Beobachtungsgabe, der Erwachsene erkennt beim Vorlesen in bestimmten Momenten sein eigenes Kind wieder, und so geht es dem Kind beim Zuhören sicherlich auch. So wie Dani hat in dieser neuen Gemeinschaft jedes Kind seine Schwierigkeiten, die Geschichten zeigen, dass es auch anderen ähnlich ergeht. Doch zeigen sie auch dem Erwachsenen, was in diesen kleinen Menschen in einem solch wichtigen Moment in ihrem Leben, weg von der bislang vertrauten Umgebung vorgeht, ja zuweilen kann ein Erwachsener sogar pädagogischen Nutzen aus diesen amüsanten und liebevoll geschriebenen Geschichten von Éva Janikovszky ziehen.

Ich gehe schon in die Schule
1983

"Ich gehe schon in die Schule" erzählt die Geschichte von Dani und Pöszke, die wir in "Ich gehe schon in den Kindergarten" kennengelernt haben und dort Freunde geworden sind, weiter. Dani muss nun Abschied vom Kindergarten nehmen, doch Pöszke ist etwas jünger und bleibt somit noch ein Jahr. Danis Gefühle sind gemischt, einerseits ist er stolz, nun Schulkind zu sein, andererseits ist der Abschied vom Kindergarten nicht leicht. Die Schule ist schon etwas anderes, die Erwachsenen interessiert nur noch die Frage, ob er denn gerne zur Schule gehe, was er gar nicht eindeutig beantworten kann. Manche Sachen sind eben gut - mit dem Ranzen in die Schule zu gehen, auf die Frage der Lehrerin antworten zu können, den Ball am weitesten zu werfen, die neuen Freunde zu treffen -, andere Sachen wiederum sind nicht gut - lange still sitzen müssen oder von der Lehrerin geschimpft zu werden, weil man zufällig mal nicht aufpasst. Und nicht jede Lehrerin ist immer nett. Pöszke, Danis Freundin, ist jedoch im Kindergarten geblieben, und dies ist hingegen für sie nicht einfach. Zunächst tut sie so, als würde sie die Schule gar nicht interessieren, als wolle sie gar nicht wissen, was Dani dort so tut. Dies macht ihn ein wenig traurig, denn er fände es schön, ihr davon zu erzählen. Doch irgendwann ist das Eis gebrochen, Pöszke schaut sich die vielen Dinge in seinem Ranzen an und fragt bei allem "Wozu ist das gut?", woraus sich ein gemeinsames Spiel entwickelt. So erklärt er ihr, wozu es gut ist, die Buchstaben zu kennen, wozu es gut ist, rechnen zu können. Nun ist Pöszke nicht mehr beleidigt, sondern freut sich ebenfalls darauf, bald ein Schulkind zu sein. Éva Janikvoszky beschreibt den Schritt in diesen neuen Lebensabschnitt aus der Sicht des kleinen Dani. Sie lässt durchaus zu, dass in die Schule zu kommen, nicht nur Positives beinhaltet. Man darf es auch nicht so schön finden, am Nachmittag Aufgaben machen zu müssen. Doch nach dem Motto "Alles Schlechte hat auch seine gute Seite" gelingt es ihr geschickt, mit diesem Buch Lust auf die Schule zu machen, denn es ist doch eine tolle Sache, lesen zu können oder die Zahlen zu kennen, damit man beispielsweise weiß, wie schwer und wie groß man ist.

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