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Márta Józsa
( 1962 )

Biographie

Bis Omi wieder auftaucht
2008

Mit diesem ausnehmend erfrischenden und originellen Buch ist nicht nur Omi aufgetaucht, sondern jemand, den wir bisher nur als literarische und TV-Redakteurin kannten: die in Klausenburg geborene Autorin Márta Józsa. Józsa ist es gelungen, eine bewegte, mit Kreuz- und Querverweisen, Fußnoten und Hervorhebungen gesprenkelte, vitale epische Form zu erschaffen, in der das Erinnern, die heraufbeschworenen Erinnerungen, das Finden der Erinnerungsgegenstände und deren Reinigung, der Ausflug in die Kindheit nicht nur lehr-, sondern auch geistreich und spannend ist. Die Art, wie der Haupttext und die Fußnoten nebeneinander und doch zusammenfließen, erinnert gewissermaßen an Péter Esterházys Produktionsroman (es kommen auch konkrete Esterházy-Zitate vor). Diese gleichzeitig aus mehreren Richtungen in Schwung gehaltene Erzählform ist ausgesprochen gut dafür geeignet, die Besonderheiten des Lebens der Ungarn in Siebenbürgen, die seltsamen Erscheinungen des Alltags dem Leser genau und authentisch vorzustellen. Aus diesem Buch erfahren wir zum Beispiel, was es bedeutet, Neujahr eine Stunde später, nach Lokalzeit um eins, zu feiern, also wie es ist, gleichzeitig in zwei Zeitzonen (einer offiziellen und einer kulturellen), in zwei Welten zu leben, die jedoch eine sind. Und was es bedeutet, Rumänisch zu sprechen. Aus Letzterem wird auch ersichtlich, dass in Józsas Roman keine Spur von den wohlbekannten, stereotypen und auf Abgrenzung aufbauenden Schemen zu finden ist. Eines der am meisten fesselnden ungarischen Bücher der letzten Jahre spielt neben Ungarn auch in Siebenbürgen und somit auch in Rumänien.

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