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Zoltán KŐRÖSI
( 1962 )

Biographie

Verliebte Jahre - Feigheit
2009

Verliebte Jahre – Feigheit Zoltán Kőrösi ist ein Schriftsteller, der gerne Familiensagas schreibt (und darin auch großes Geschick beweist). Sein neuestes Werk Verliebte Jahre – Feigheit ist wieder ein Familienroman. Das Wichtigste an diesem Titel ist womöglich der die beiden Teile verbindende Gedankenstrich. Kőrösi inszeniert in seinem Roman die Geschichte des 20. Jahrhunderts in Ungarn, persönliche Geschichte und Nationalgeschichte und lässt daraus die Familiensaga eines Landes erwachsen. Die Handlung beginnt irgendwann in den 20er Jahren, die erste Generation der Familie lernen wir am Vorabend des zweiten Weltkrieges kennen. Im Krieg rast die Geschichte über die Familien. Die zweite Generation versucht, nach der Stabilisierung des kommunistischen Regimes einen Kompromiss mit der Geschichte einzugehen. Der junge Mann wird Offizier, ohne sich den Auswirkungen dieser Entscheidung wirklich bewusst zu sein. In dieser erstickenden Atmosphäre kommt der Stellvertreter der dritten Generation, der Vater des Erzählers, auf die Welt. Diese Zeitspanne, die 70er Jahre, bilden den Mittelpunkt des Romans. Das Land wird in dieser Zeit von einer merkwürdigen Janusköpfigkeit bestimmt. Ungarn ist die „lustigste Baracke“, eine der freiesten Länder Osteuropas (im Verhältnis zu den anderen). Nach der Konsolidierung unter Kádár und der Modernisierung ist das Land von reichem kulturellen Leben und leicht erreichbaren kleinbürgerlichen Lebenszielen gekennzeichnet. Hinter der idyllischen Ruhe ist jedoch zunehmend die Unhaltbarkeit und Illegitimität dieser Kulisse spürbar. Diese Generation ist ungefähr 30 Jahre alt, als 1989 der Sowjetblock zusammenbricht. Der Erzähler unserer Geschichte wird, was etwas didaktisch anmutet, in diesem historischen Moment, an dem Tag, an dem die unabhängige Republik Ungarn ausgerufen wird, geboren. Dieser erinnert sich an die mal heroische, mal opportunistische Geschichte seiner Familie. Die Würze der ungarischen Dörfer, die spätherbstlichen Stimmungen der Kleinstädte, Budapests mattes Gewimmel – all das entfaltet sich auf den Seiten dieses Romans in sensiblen Sätzen.

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