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Biographie


1958 (17. Október) Szatmárnémeti (Satu Mare, Rumänien) geboren
1982 Ingenieurabschluß an der Technischen Universität Kolozsvár (Cluj-Napoca)
1982-1989 arbeitet als Aushilfslehrer in Dörfern seines Heimatbezirks
1990 Redakteur der ungarischsprachigen Zeitschrift Látó in Marosvásárhely
Seit 1993 mit verschiedenen Stipendien und Preisen ausgezeichnet

Preise:
1993 Zsigmond-Móricz-Preis; 1993 Preis der Zeitschrift Hét; 1994 Soros-Auszeichnung; 1995 Yaddo-Auszeichnung (New York); 1999 Endre-Ady-Preis der Soros Stiftung; 2003 Tibor-Déry-Preis; 2003 Preis des Rumänischen Schriftstellerverbandes; 2005 Sándor-Márai-Preis; 2005 Attila-József-Preis; 2005 Alföld-Preis



Perényis Befreiung
1993

In seinem Romandebüt greift Zsolt Láng einen alten ungarischen Mythos auf, der im 16. Jahrhundert von dem Geistlichen Mihály Sztárai in seinem Werk "História Perényi Ferenc kiszabadulásáról" (Die Geschichte von der Befreiung des Ferenc Perényi) niedergelegt wurde. Láng erzählt die Geschichte in zwei getrennten Handlungsstränge. Der eine spielt in der geheimnisvolle Stadt Peremváros (Grenzstadt), die an Marosvásárhely in Siebenbürgen denken läßt, und umfaßt einen einzigen Tag, einen 17. Dezember, an dem der Bibliothekar Perényi seit 333 Tagen hungert, um sich auf die Zeugung eines Kindes vorzubereiten. Der zweite Handlungsstrang besteht aus einer Mischung von Episoden, die sich an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten zutragen, aber durch gemeinsame Motive ineinandergreifen. Perényi gelangt zu der Erkenntnis, daß sein Leben eng mit dem Gang der Weltgeschichte verknüpft ist und von der gleichen Allmacht beherrscht wird, die auch die Geschicke der Menschheit lenkt, nämlich dem Teufel, der in vielerlei Gestalt in Erscheinung tritt. In seinem Kampf um die Liebe verliert Perényi zuerst seinen Namen und dann sich selbst, doch gelingt es ihm am Ende, seine Geliebte Nóra aus der Hölle zu befreien.

Strichmännchens Leben
1994

In Miniaturkapiteln wirft das Werk Schlaglichter auf verschiedene Szenen, in die Strichmännchen - ein kindlich argloser, verträumter, poetischer Charakter, der in einer etwas absurden Welt lebt - ebenso schnell hineingezogen wird, wie er aus ihnen wieder emportaucht, verdutzt und auf ironische Art belehrt. Es zeichnet die inneren und äußeren Kämpfe nach, die dieser Held zu bestehen hat, um sich selbst am Leben zu halten und zugleich das eigene Ich zu verstehen, das in seinen Träume mit ihm kommuniziert. Immer wieder stellt er sich in seiner Gutmütigkeit selbst Fallen, und während es seinen Freunden gelingt, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten und erfolgreich zu sein, besteht Strichmännchens einzige Errungenschaft darin, die besten Papierflugzeuge aller Zeiten zu basteln: Spielzeuge, die fliegen können so weit wie das Meer. Ein Buch voller Selbstironie.

Bestiarium Transsylvaniae: Die Vögel des Himmels
1997

Nach zahlreichen Einzelveröffentlichungen will Láng in der Trilogie Bestiarium Transsylvaniae seine bisherigen Werke, besonders die Erzählungen und Essays, in einen neuen Sinnzusammenhang stellen. Angelehnt an die romantische Vorstellung einer Universalpoesie, in der sich sowohl die Grenzen zwischen den Gattungen als auch die zwischen einzelnen Werken auflösen, sucht er nach der vollkommenen literarischen Einheit. Ausgangspunkt sind die Bestiarien des Mittelalters, die eigentlich Sammlungen von Lehrfabeln sind, in denen unverständige Tiere moralische Lehren vermitteln. Diese galten all jenen Menschen, die in ihrem Glauben an Gott und die Allmacht der Kirche ins Wanken geraten waren. "Ich könnte auch sagen" - so der Autor im Vorwort des Bandes -, "dies sei die Geburtsstunde der modernen Literatur." Im ersten Band nutzt Láng die in den Bestiarien vorkommenden Vögel als Leitfaden. Die Kapitel tragen Überschriften wie: der graue Raben, der menschengesichtige Papagei, der Krötenvogel, der Höhlenpfau, die Lichtvögel. Erzählt wird die Geschichte der gemeinsamen Liebe zweier Männer, des mephistophelischen Barons Sapré und seines Gegenspielers Friar Peter, zu einer Frau. Sie spielt im Siebenbürgen des 16. Jahrhunderts und ist eingebettet in eine Chronik der Eroberung Siebenbürgens und der damit einhergehenden religiösen Konflikte. Dabei wechseln fiktive Passagen mit konkreten, aktuellen Bezügen aus dem essayistischen Werk des Autors.

Die Geburt von Emma Kovács
2006

Zsolt Láng baut die Sätze in seinen Novellen immer sehr durchdacht und präzise auf, daher lohnt es sich, diese langsam und mit Genuss - manches Mal auch mit Entsetzen - zu lesen. Zugleich wirkt seine erzählerische Logik immer den Erwartungen entgegen, damit der Leser nicht einmal zufällig das bekommt, was er sich erhofft. Dies ist ein wichtiges Element seiner Poetik. Häufig kennzeichnen ihn die mittendrin abgebrochenen Geschichtsfragmente, die scheinbare Genauigkeit - die die Dinge meist weiter kompliziert und dabei das Bild noch stärker nuanciert -, die Struktur der Verweise und Anspielungen, die das Sehnsuchtsverständnis der Rationalität provozierenden Satzverschlingungen. Láng weiß sehr gut, wie er unerwartete Stücke der Geschichte zeitlich und räumlich platzieren muss, wie er sie mit kurzen Andeutungen, Fragen, mit einigen einfachen Sätzen individuell machen kann. Und auch wie er den Leser mit den weiteren, immer komplizierter werdenden Sätzen verunsichert. Er ist in der Lage, den Eindruck zu vermitteln, alles sei klar, und gleichzeitig ist am Ende doch nicht alles zu verstehen. In der titelgebenden Novelle wird das Unverständliche in der Welt mit der Geburt eines Mädchens formuliert. Die Novelle "Isten a Gellérthegyen" (Gott auf dem Gellértberg), mit der der Erzählband beginnt, beschäftigt sich mit der Frage, dass Gottes unendliche Macht doch nicht vollkommen ist, während der Erzähler allmächtig sein kann. Die Erzählung "Az oltalom kolostora" (Das Kloster der Zuflucht), die auf einer wahren Geschichte gründet, arbeitet einen mystischen Mord in einem orthodoxen Kloster in Rumänien auf. "Diese Novellen wollen nicht eindeutig sein und sie erzählen etwas, indem sie es nicht erzählen, nur der Leser glaubt, etwas erfahren zu haben." Csaba Székely, Litera

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