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Imre MADÁCH
( 1823 - 1864 )

» Commodus (1839 )
» Andreas von Neapel (1841-42 )
» Mann und Frau (1842-43 )
» Der Zivilisator (1859 )
» Die Tragödie des Menschen (1859-1860 )

Biographie

1823 (21. Januar) in Alsósztregova (heute Dolniá Strehové, Slowakei) als Sohn einer alten Adelsfamilie geboren
1837 zunächst an der philosophischen, dann an der juristischen Fakultät der Budapester Universität eingeschrieben
1840 Rückkehr in sein Heimatkomitat Nógrád: Tätigkeit als Hilfsnotar, später als Komitatsrichter, Engagement in politischen Fragen
1845 Ehe mit Erzsébet Fráter, 1854 Scheidung wegen zerrütteter Beziehung
1852-1853 Haftstrafe wegen seiner Haltung im Freiheitskampf 1848/49: er hatte Kossuths Sekretär versteckt
1861 lebte zurückgezogen auf seinem Gut, arbeitete an Dramen und lyrischen Texten
1862 Mitglied der Kisfaludy-Gesellschaft
1863 Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften
1864 (5. Oktober) in Alsósztregova gestorben

Commodus
1839

In der Tragödie geht es um einen willkürlich herrschenden römischen Kaiser, gegen den sich die freiheitsliebende Jugend Roms auflehnt.

Andreas von Neapel
1841-42

Tragödie, die zur Zeit der Anjou in Neapel spielt.

Mann und Frau
1842-43

In diesem Stück bedient sich der Autor der griechischen Mythologie und bezieht sich auf Sophokles' "Die Frauen von Trachis". Herakles schildert seine Liebesqualen, die ihm die Liebe zu zwei irdischen Frauen und zu einer Göttin bereiten.

Der Zivilisator
1859

Thema seines letzten Dramas ist die politische Situation im nachrevolutionären Ungarn, als die Verwaltung zu einem großen Teil in den Händen der Beamten des österreichischen Innenministers Bach lag. Stroom, der Zivilisator, kommt aus Deutschland und versucht, die Angestellten des Landwirts István aufzuhetzen. Schließlich erkennen die Dienstleute, die unterschiedlichen Nationalitäten angehören, dass Stroom sie hintergangen hat, und sie werfen ihn hinaus.

Die Tragödie des Menschen
1859-1860

Luzifer, der Geist der ewigen Verneinung, übernimmt die Regie in der Tragödie des Menschen. Da er sich gegen das Schöpfungswerk auflehnte, wurde er von Gott verbannt. Nun fordert er ihn zum Kampf um Adams Seele heraus. In 15 Traumbildern, die die Menschheitsgeschichte widerspiegeln und visionär den Untergang heraufbeschwören, agiert Adam als der rastlos Strebende, dessen Ideale zum Scheitern verurteilt sind. Eva verkörpert das Prinzip diesseitiger Lebensbejahung. Vor dem Hintergrund seiner pessimistisch geprägten Geschichtsphilosophie wird die Welt als eine einzige gewaltige Bühne betrachtet, auf der sich die "Tragödie des Menschen" abspielt. "Mit besonderer Kraft wird das Welttheater-Erlebnis, das in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts eine wichtige Rolle spielte, in der Szene auf dem Markt von London summiert, in der bereits alle jene Figuren auftauchen, die die Schauplätze der europäischen Prosa- und Dramenliteratur erst später bevölkern und die dann auch in der bildenden Kunst eine symbolhafte Rolle spielen. Ein gewaltiger Totentanz läuft vor unseren Augen ab, menschliche Bosheit und Hoffnungslosigkeit beherrschen die Szene, bis die Akteure des wahnsinnigen Tanzes ins Grab sinken." (László Rónay) Der dramatischen Dichtung, die 1861 erschien und erst 1883 zur Aufführung kam, wird in der ungarischen Literatur eine ähnliche Bedeutung beigemessen wie der Faust-Dichtung Goethes in der deutschen.

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