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Ferenc MOLNÁR
( 1878 - 1952 )

» Die hungrige Stadt (1901)
» Der Teufel (1907)
» Liliom (1909)
» Les Garçons de la rue Pál (1909)

Biographie

1878 (12. Januar) in Budapest geboren
1887-1895 Jurastudium in Budapest und Genf
1902 Aufführung seines ersten Stückes Der Herr Verteidiger
1908 große Erfolge auf den Bühnen Europas und in New York mit dem Stück Der Teufel
1914-1915 Kriegsberichterstatter in Galizien (Ukraine)
1927 Aufnahme in die Französische Ehrenlegion, Empfang im Weißen Haus in Amerika
1934-1936 Rundreise in Europa
1937 Flucht vor den Nationalsozialisten nach Frankreich und in die Schweiz
1939 Emigration nach New York, 1940 in das dortige Plaza-Hotel gezogen
1952 (2. April) in New York gestorben

Die hungrige Stadt
1901

In der Großstadtsatire zeichnet Molnár ein Panorama der Budapester Gesellschaft um die Wende zum 20. Jahrhundert und karikiert die sogenannte "gute" Gesellschaft, Politiker, Unternehmer und Glücksritter, denen es vor allem um die Erwerbung bzw. Vermehrung des Vermögens geht. Der Protagonist Pál Orsovai, ein typischer Budapester Kleinbürger ohne Vermögen, kuriert seine Lungenkrankheit in Abbazia aus, dort macht er die Bekanntschaft eines reichen Amerikaners und seiner Tochter. Obwohl er keine tieferen Gefühle für das Mädchen empfindet, heiraten die beiden, und er kehrt als steinreicher Mann nach Budapest zurück. Die Nachricht von seinem märchenhaften Geldgewinn hat sich bereits in der Hauptstadt herumgesprochen, die "hungrige Stadt" bereitet dem eintreffenden Paar in der Hoffnung, an dem Geldsegen irgendwie partizipieren zu können, einen entsprechenden Empfang. Parallel zu Orsovais Geschichte wird das in umgekehrter Richtung verlaufende Schicksal des italienischen Hafenarbeiters Ambrosio Posi erzählt. Sein bisher ungestört verlaufenes kleinbürgerliches Leben gerät plötzlich aus der Bahn, als seine Frau mit seinem Vorgesetzten Ehebruch begeht. Am Ende des Romans liegen Orsovia, der mit seinem neuen Reichtum nicht klarkommt und Selbstmord begeht, und Posi im Leichenschauhaus nebeneinander.

Der Teufel
1907

Das Lustspiel in drei Akten wurde im Oktober 1907 im Budapester Schauspielhaus uraufgeführt; schon 1908 fanden die deutschsprachigen Erstaufführungen in Wien und Berlin statt. Der Maler János Száki verdient sich seinen Lebensunterhalt als Hauslehrer bei der Familie des reichen Geschäftsmannes Alfred László. Seine Liebe zu Jolán, der Tochter eines kleinen Beamten wird enttäuscht, als diese den reichen László heiratet. Als Száki ein angesehener Maler ist und in den höchsten Gesellschaftskreisen verkehrt, entsteht zwischen Száki und László eine Freundschaft. In Jolán erwacht die alte Liebe neu, und sie bringt László dazu, ihr Porträt bei Száki in Auftrag zu geben. Um keinen Verdacht entstehen zu lassen, plant sie eine Heirat ihrer Freundin Elza mit dem Maler. Auf einer Abendgesellschaft muss Jolán erkennen, dass auch Elza für Száki ernste Gefühle hegt. Daraufhin wird Elza seine Geliebte. In der Titel gebenden Figur des Teufels wurden die erotischen Wunschvorstellungen und die Eifersucht der verheirateten Frau gesehen, die Eigenschaften, die schließlich zu der geheimen Liebschaft führten. Das Stück hatte anhaltenden Erfolg, nicht zuletzt wegen der gekonnten Dialogführung Molnárs, die Esprit, Witz und Zynismus verrät.

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