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Ágnes NEMES NAGY
( 1922 - 1991 )

» Sonnenwende (1967)

Biographie

1922 (3. Januar) in Budapest geboren
1940-45 Studium der ungarischen und antiken Kunstgeschichte an der Budapester Péter-Pázmány-Universität
1944-45 Teilnahme am bürgerlichen Widerstand während des Zweiten Weltkrieges
1946-48 Redakteurin der Zeitschrift Újhold (Neumond) bis zum Verbot
1948 verstummte sie nach dem Verbot der Zeitschrift Újhold
1953-57 Tätigkeit als Lehrerin
ab 1958 freischaffende Schriftstellerin
1979 zusammen mit ihrem Mann, dem Kritiker Balázs Lengyel, Gast des internationalen Schriftstellerprogramms der Universität Iowa, USA
1986-91 Redakteurin des Újhold-Jahrbuchs
1991 (23. August) in Budapest gestorben

Wichtige Preise:
1946 Baumgarten-Preis, 1969 Attila-József-Preis, 1983 Kossuth-Preis

Sonnenwende
1967

Der 1967 erschienene Band "Sonnenwende" weist eine neue, philosophische Empfindsamkeit auf, Mythen wie in "Tristan und Isolde" und im "Echnaton-Zyklus" werden zu Assoziationsschichten, "zu Resonanzkästchen für heutige Melodien". In der poetischen Welt von Ágnes Nemes Nagy spielt der Blick, der auch die sakrale Dimension des Daseins einfängt, eine große Rolle. Der "Echnaton-Zyklus" ist auch ein Versuch, sich mit der Gottesproblematik auseinanderzusetzen, indem von dem Scheidepunkt zwischen materialistischer und spiritueller Anschauungsweise ausgegangen wird. So spricht Echnaton in den Aufzeichnungen: "Irgend etwas müßt ich dennoch tun, / gegen die Qual irgendetwas tun, / etwas tun, daß ein Gott entstehe, / der droben säße und mich sehend sähe. // Sehnsucht baut nichts, genug davon, / ich brauch den Himmel aus Beton. / So steig mein Gott, mir auf die Schulter."

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