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Biographie

1953 geboren in Szekszárd
1977 studiert Geschichte und Ungarische Literatur in Pécs
1979-86 Herausgeber der Zeitschrift Jelenkor (Gegenwart)
1986 zieht nach Budapest und wird freier Schriftsteller
1994 Stipendiat des Kulturfonds Wiepensdorf in Deutschland

Preise:
1982 Bölöni-Preis; 1983 Literarischer Preis der Kunststiftung; 1987 Zsigmond-Móricz-Stipendium; 1988, 1993 MTA-Soros-Stipendium; 1990 Tibor-Déry-Preis; 1991 Graves-Preis; 1991-1992 Stipendium für dramatisches Schaffen; 1991 Preis der Zeitschrift "Magyar Napló"; 1991 Preis "Új Magyar Hangjáték"; 1992 Attila-József-Preis; 1992 Károly-Puskás-Preis; 1993, 1996 Preis der Theaterkritiker; 1993 Ernő-Szép-Preis; 1994 Preis "Buch des Jahres"; 1994 Soros-Preis; 1994 Artisjus-Preis; 1996 Lorbeerkranz der Ungarischen Republik; 1996 Preis des Kelemen-Mikes-Kreises; 1996 Glasperlenpreis des "Írók Boltja"; 1997 Alföld-Preis; 1998 Preis "Új Magyar Hangjáték" 1998 Alföld-Preis; 2004 Ungarischer Literaturpreis; 2003 "Für Budapest" Preis; 2004 Júlia-Szinnyei-Preis; 2005 Verdienstorden der Ungarischen Republik; 2007 Kossuth-Preis

Das Bein des gefrorenen Hundes
2006

Dieser neue Band des Dichters, Feuilletonisten, Romanciers und Dramatikers Lajos Parti Nagy ist eine Sammlung seiner in den letzten mehr als zehn Jahren entstandenen Erzählungen. Im Inhaltsverzeichnis werden die 22 Erzählungen auf die aus frühen Romanen bekannte Art „zusammengefaßt“, wobei sich dies in diesem Fall eher wie freie Lyrik anhört, wie Gedichte, die nicht die Handlung zusammenfassen, sondern ein Konzentrat der Motive, Lockrufe, Satzteile und Sprachspiele bilden. Diese Erzählungen sind meisterhaft ausgearbeitete Texte an der Grenze zwischen Lyrik und Prosa. In ihnen findet eine Verbindung verschiedenster sprachlicher Niveaus, vom Höchsten bis zum Niedrigsten, statt und sie zeichnen ein äußerst genaues Bild des Lebens im heutigen Ungarn. Wichtige Mittel des Autors sind Ironie und Parodie und man spürt seine Freude daran, sprachliche Äußerungen, in erster Linie Gemeinplätze, zu verdrehen. Diese zerstörte Sprache ist voller Humor und ist zuweilen von einer lyrischen Dichte gekennzeichnet. Die Erzählungen stellen uns seltsame Figuren vor: einen Körpervergolder, einen kräftigen Schläger, einen „Bergwerkswäscher“. Eine immer wieder auftauchende Figur ist Róza Szép (auf Ungarisch: Szép Róza, eine Anspielung auf „széppróza“ / „schöne Prosa“, im Sinne von „schöner Literatur“), die vielerlei gute Geschichten kennt, die an der einen Stelle für die öffentliche Toilette der Markthalle zuständig ist und nebenbei noch Krawatten verkauft, an einer anderen Stelle wiederum erzählt, wie vor fünfzig Jahren bei einer Weinernte die Weintrotte samt ihres Mannes, Wolfrám, explodierte. Die stärksten Erzählungen des Bandes sind die erste, der das gesamte Buch ihren Titel verdankt und die letzte, Teufelssaite. Der Autor sagte einmal über sich selbst: „Mein Baumaterial ist Sprachfleisch“. Diese Äußerung besitzt auf jeden Fall auch in Bezug auf diesen Band Gültigkeit. „Parti Nagy zeigt sich als Meister des Imitierens verschiedenster sprachlicher Stile, als spöttischer Beschwörer bekannter literarischer Stimmen und des Angeschwemmten, der Rückstände des alltäglichen Sprachgebrauchs – und das auf eine mitreißende Weise.“ Ferenc Takács, Népszabadság „Diese dichterische Zerstörung, dieses festgebundene Stolpern hat etwas Soziographisches an sich. Es entsteht der Anschein, als seien in ihnen wahrhaftige mündliche Dokumente zusammengetragen, die der Autor verwendet, um seinen Texten eine parodistische Färbung zu geben.“ Sándor Radnóti, Élet és Irodalom

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