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Ferenc SZIJJ
( 1958 )

» Rindenturm (1999)
» Prinz Szuromberek (2001)
» Brotzettel (2007)

Biographie

1958 (18. Oktober) in Szombathely geboren
1977 Abitur in seiner Geburtsstadt
1978-1984 Studium der Germanistik und Hungarologie an der Universität Szeged
1984-1988 Bibliothekar in der Budapester Universitätsbibliothek
1988-1996 Redakteur der vierteljährlich erscheinenden Literaturzeitschrift Nappali ház
ab 1990 freischaffender Schriftsteller und Übersetzer aus dem Deutschen (u.a. Kafka, W. G. Sebald)
2003 Gast des Berliner Künstlerprogramms der DAAD

Wichtige Preise:
1989 Zsigmond-Móricz-Stipendium; 1991 Preis der Stiftung Kunst für das Erstlingswerk; 1991, 2000 Stipendium der Soros-Stiftung; 2000 Tibor-Déry-Prämierung; 2001 Attila-József-Preis

Rindenturm
1999

Das mehrteilige Erzählgedicht "Kéregtorony" (Rindenturm) wurde zusammen mit "Die große Schlackenwiese" in dem Band "Sturzlicht" veröffentlicht. Beide Bücher sind durch die Bilder eines Dorfes, mit Gasthaus und Landstraße, mit einem immer gleichen Tagesablauf verbunden. Ein hier angedeutetes Lebenstrauma des lyrischen Ichs wird in "Rindenturm" klarer umrissen: die Unfallserie, in die die Eltern tödlich verwickelt sind. "Rindenturm ist ein grandioses Mosaik aus Detailbeobachtungen, Erinnerungen und Reflexionen, mit weitem Atem und dem Charisma der Genauigkeit. Entstanden 1998 in Budapest und New York, konfrontiert es die Familientragödie mit einer anderen Gegenwart. Dort das ungarische Dorf, die kaputten Fahrräder, die Rangierzüge und die beängstigende Redseligkeit der verrückten Mutter, hier das Chlorophyll des Central Park, die Hudson-Schiffe und die Riesenräder von Coney Island. [...] Szijjs Geheimnis bleibt es, wie er aus der gelassenen, ja interesselosen Betrachtung Funken hervorzaubert, wie aus tauber Müdigkeit Farben entstehen." (Ilma Rakusa, Die Zeit)

Prinz Szuromberek
2001

Prinz Szuromberek und Mária Sziromka herrschen in zwei angrenzenden Ländern. Eines Tages wird die Königin Mária Sziromka von dem Albkönig gefangen, Prinz Szuromberek macht sich auf, um sie zu befreien. Dabei werden ihm von dem Eichhörnchenwolf, ein gefährlicher Diener des Albkönigs, allerlei Hindernisse in den Weg gestellt. Auch die Hofhaltung der Königin (z. B. Katalin Vaxler, ein Huhn mit einem kahlen Hals, die Gurkengeschwister und Árvácska Veszelinovics, eine noch wachsende Tomate) behindern meistens eher den Prinzen bei seinen Heldentaten. Im Märchen wird mit dem Mittel der Verzögerung gearbeitet: Es kommt immer etwas Unerwartetes dazwischen. Prinz Szuromberek ist ein postmodernes Märchen, das humorvoll und mit einer spielerischen Sprache der Gewalt und Herrschsucht mit Sanftmut (und manchmal auch milder Einfalt) entgegentritt.

Brotzettel
2007

Szijjs ursprüngliche (jedoch dann nicht verwirklichte) spielerische Grundidee war es, jeden Tag ein kurzes Gedicht zu schreiben, ganz so als schreibe er auf die Zettel, die die Bäcker in Ungarn auf das Brot heften und auf denen steht, an welchem Tag das Brot gebacken wurde - daher sind die Titel der Gedichte stets Wochentage. (Die meisten der Gedichte, um genau zu sein 13, tragen den Titel: Freitag.) In den aus jeglicher klassischen Gebundenheit gelösten, gar nicht so kurzen Gedichten verallgemeinert der Erzähler seine persönliche Depression und versucht, sich, ausgehend von den Begriffen der Leere, der Langsamkeit und der manischen Vorstellungen, dem Sinn des Lebens zu nähern. Die häufig erschütternden Gedichte imitieren eine surreale Sichtweise. Der Leser lernt die Sehnsüchte eines fehlbaren Alltagsmenschen und dessen Kämpfe gegen die Außenwelt kennen. Die traumhafte Ausdrucksweise stellt die Unwegsamkeiten des Lebens einer sensiblen Figur dar, die jedoch unfähig ist, ihre Empfindungen auszudrücken. "Szijjs letzter Gedichtband war der vor acht Jahren erschiene Rindenturm, der von der Kritik mit großer Begeisterung aufgenommen und zum Hauptwerk des Dichters erklärt wurde [...], nun tritt der neue Band an dessen Stelle." József Krupp, Élet és Irodalom

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