Autorenseite

Biographie

Der Gast mit dem verwirrenden Aussehen. Meine Autobiographien
2007

Der erste Erzählband dieser ausgezeichneten Dichterin umfaßt 17 Erzählungen. Der Untertitel empfiehlt uns, diese Texte als Teile einer Autobiographie zu lesen. Doch die Erzählungen selbst behaupten das Gegenteil, sie wollen nicht als solche verstanden werden. Die Widmung am Anfang des Buches hilft dem Leser diesbezüglich auch nicht weiter. Die erste Erzählung beginnt mit den Worten: "Diese Geschichte ist nicht mir widerfahren, ich kann dennoch nur in erster Person davon reden." Der Erzähler ist einmal Mann, dann wieder Frau und bei einer Erzählung wechselt er mitten in der Geschichte das Geschlecht. Die Erzählperspektive wechselt immer wieder zwischen allwissendem und Ich-Erzähler. Die Texte sind fragmentarisch, basieren auf dem Prinzip der freien Assoziation und sind häufig eher lyrisch als prosaisch. Es werden viele Kindheitserinnerungen, sowie bereits früher, in Gedichten bearbeitete Erlebnisse erzählt. In den besten Texten ergibt der gelungene Gleichklang der lyrischen und der prosaischen Stimme eine besonders sensible Prosa. Das einprägsame und erschütternde Motiv des Verdurstens des kleinen, vom Fluch getroffenen Mädchens kehrt immer wieder zurück, mal als Traumbild, dann aber wieder als reale Erinnerung. "Diese Art zu schreiben verbindet man sofort mit Franz Kafka, Bohumil Hrabal oder Milan Kundera, doch in diesem Fall würde die Behauptung einer Verwandtschaft überhaupt nicht zutreffen. Das Menschen- und Weltbild Zsuzsa Takács' erinnert vor allem eher an Autoren wie János Pilinszky und Albert Camus." Béla Bodor, Litera.hu "Der Band führt von den Erinnerungen an Kindheitstraumata bis zu den verworrenen, unverdaubaren Erfahrungen der Kompromisse, die man als Erwachsener schließt. Jeder der vorkommenden Gestalten wird durch seinen eigenen, persönlichen Monolog gezeichnet. Sie sind nie zusammen zu sehen, stets nur in Form der sich ineinander widerspiegelnden Porträts." József Tamás Reményi, Népszabadság

PDF-Download

Neuigkeiten aus dem UNGARISCHEN LITERARISCHEN LEBEN