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Sándor TAR
( 1941 - 2005 )

Biographie

1941 (5. April) in Hajdúsámson (Nordostungarn) geboren
1959 Abitur und Berufsausbildung am Technikum in Debrecen
1959–1990 arbeitete als Industrielackierer und Montagetechniker
1976 gewann den Soziographie-Preis des Zeitschrift Mozgó Világ (Welt in Bewegung) für eine Arbeit über ungarische Gastarbeiter in der DDR, deren Abdruck jedoch von der Zensur untersagt wurde
seit 1990 Tätigkeit als Journalist
1991–1999 Mitglied des Redaktionskomitees der Literaturzeitschrift Holmi
2005 (29. Januar) gestorben

Wichtige Preise:
1981 Preis für das beste Erstlingswerk; 1994 Lajos-Nagy-Preis; 1995 Krúdy-Preis; 1997 Attila-József-Preis; 1998 Márai-Preis

Das war’s
1993

Sándor Tar war Jahrzehnte als Industrielackierer und Montagetechniker tätig, bevor er in den siebziger Jahren erstmals mit einer soziographischen Arbeit hervortrat. Auch seine späteren Erzählungen tragen häufig dokumentarische und soziographische Züge. Typische Schauplätze sind Fabriken, Arbeiterwohnheime, Zugabteile. Geschildert wird der triste Alltag und das eingeschränkte Leben der Menschen. Im Mittelpunkt der Erzählsammlung "Ennyi volt" (Das war's) stehen Fabrikarbeiter, die nach der Wende 1989 ihre Arbeit und damit nach und nach auch ihre Existenz verlieren.

Ein Bier für mein Pferd
1995

Die Dorfstraße des Romans, das sind knapp drei Dutzend Häuser, zwei Kneipen, eine Busstation und eine Kirche irgendwo im tiefen Osten von Ungarn. Nüchtern sind die Bewohner dieser Dorfstraße selten. Sie alle träumen davon, der Einöde zu entkommen, schaffen es aber immer nur bis zur Stammkneipe neben der Akazie. Dort wird bei Kurzen und Halben die Ordnung der Dinge verhandelt: Hochzeiten werden arrangiert, Baracken verhökert, Ehebrüche beschmunzelt, Selbstmorde verhindert, alte Geschichten hervorgekramt. Über die tägliche Tristesse rettet sie nur der Alkohol und ihr unverwüstlicher Humor. In dreißig miteinander verflochtenen Episoden erzählt Sándor Tar skurrile, makabre, ergreifend traurige und zugleich urkomische Begebenheiten aus dem Leben dieser Käuze und zeichnet damit ein abgründiges Bild der ungarischen Provinz der frühen neunziger Jahre. Der Band wurde 1995 in Ungarn zum "Buch des Jahres" gekürt. "Sándor Tar erweist sich in diesem Erzählreigen als großer Kenner und Könner: Er weiß, wovon er schreibt, und er schreibt meisterlich. Ob atmosphärische Schilderung oder Figurenporträt, lakonisch werden Details zu lebensvollen Bildern schaurig-schöner Tristesse addiert." (Ilma Rakusa, Neue Zürcher Zeitung)

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