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Krisztina TÓTH
( 1967 )

» Liniencode (2006)

Biographie

1967 (5. Dez.) in Budapest geboren
1986 Abitur am Fachgymnasium für Bildende Künste in Bildhauerei
1986 – 1993 Ungarischstudium an der Budapester Universität ELTE, währenddessen zwei Jahre lang Stipendiatin in Paris
1994 – 1998 Mitarbeiterin am Französischen Institut in Budapest
ab 1998 beschäftigt sie sich auch mit der Gestaltung von Bleiglas

Preise
1993 Zsigmond-Móricz-Stipendium, 1996 Graves-Preis, Déry-Prämie; 2000 Attila-József-Preis; 2002 Palládium-Preis, 2006 Márai-Preis

Liniencode
2006

Dies ist der erste Prosaband der Dichterin Kristina Tóth. Alle fünfzehn, in diesem Band enthaltenen Novellen verfügen über einen Untertitel, in dem der Begriff der Linie vorkommt. Grenzlinie, Richtlinie, Lebenslinie usw. Die siebte Erzählung "Langyos tej" (Lauwarme Milch) trägt den Untertitel "Liniencode". Die Geschichte handelt davon, dass Kathy, ein amerikanisches Mädchen, bei unserer Erzählerin, einem Mädchen aus Budapest, irgendwann zu Beginn der achtziger Jahre eintrifft und ihr Leben durcheinander bringt, sie macht sich in ihrem Zimmer breit und stört ihre Beziehung zu dem Mitschüler Robi, was dazu führt, dass die Erzählerin am Ende Selbstmordgedanken hegt. Der Liniencode ist das Kennzeichen der aus dem Westen kommenden Dinge: der Code war das Zeichen einer damals von Ungarn aus noch nicht erreichbaren Welt. Die Erzählerin der Novellen ist entweder ein Mädchen oder eine junge Frau, man kann sie sich in jeder Erzählung anders vorstellen, doch man kann die Geschichten auch so lesen, dass man immer an die gleiche Erzählerin denkt. Jede Novelle lässt eine weibliche Perspektive erkennen. Die Beziehungen in der Kindheit, das Ferienlager mit der Schule, die Liebe, das Kind, das Betrogenwerden, die Reise. Den Hintergrund zu den Geschichten bietet die späte Kádár-Ära. Die Betrachterin und das Subjekt der Erzählungen ist eine sehr sensible, doch auch sehr starke Frau. "Die Frauenliteratur, die in den vergangenen Jahren ihre Berechtigung auf der Ebene einer Bewegung gesucht hat, kann beim Lesen von Krisztina Tóth beruhigt sein; die von innen kommende, ausgearbeitete und reife Sprache ist sowohl unter schriftstellerischer als auch 'geschlechtlicher' Hinsicht autonom, sie sichert ihr, nun bereits auch als Prosaschriftstellerin, einen festen Platz in der zeitgenössischen Literatur." Lajos Jánossy, Litera

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