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István VÖRÖS
( 1964 )

Biographie

Schvejks Beichtvater
2007

Die Protagonisten der Erzählungen sind Alltagsmenschen: eine einfache Kellnerin in einer Konditorei, eine Blumenverkäuferin, ein Straßenbahnfahrer, der fast Jurist geworden wäre, Dienstmädchen, die so tun, als wären sie schwanger oder der etwas gestörte Vater des sechsjährigen kleinen, kranken Mozart. Die Geschichten sind surreal, voller Wunder und alltäglich zugleich. Zum Beispiel kann sich eine ganz gewöhnliche Kellnerin innerhalb weniger Augenblicke in eine weibliche Heuschrecke verwandeln, die die Köpfe der Männer abbeißen will. Und Leopold Mozart, der sich Sorgen um das Schicksal seines kranken Sohnes macht, steht plötzlich nicht mehr der Kellnerin, sondern einem Engel gegenüber, aus dessen Brust eine hellblaue Flüssigkeit spritzt: Engelsmilch. Nicht selten muß der Leser an Jaroslav Ha¹ek, Franz Kafka oder Gyula Krúdy denken, denn Vörös formt die Gestalten des Schwejk, des Gregor Samsa und des Szindbád auf eine geschickte und komplexe Art weiter. Der groteske Kurzroman, aus dem das letzte Drittel des Bandes besteht, Die Kunst des Siezens, ist eine Neuinterpretation der Welt Kafkas. Diese Erzählungen sind einerseits äußerst humorvoll, grotesk, ja, zuweilen burleskartig oder traumhaft raffiniert, andererseits erinnern sie uns stets daran, daß wir in einer Welt ohne Gott leben – und so deuten sie auf indirekte Weise, durch das Gefühl des Mangels immer wieder auf die göttliche Dimension, die der Schriftsteller heute vor allem nur noch als Absurdität ernst nehmen kann. „Am interessantesten ist die Frage, wie es dem Autor gelingt, seine Sehnsucht nach metaphysischen Themen nicht zu unterdrücken und gleichzeitig ein unglaublich unterhaltsames Buch zu schreiben.“ Emese László, Élet és Irodalom „Vörös ist ein ausgezeichneter Erzähler. Dies konnte er schon immer sehr gut, in diesem Band spricht er jedoch auf eine derart unbeschwerte Art wie noch nie zuvor.“ József Tamás Reményi, Élet és Irodalom

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